Musik & Sprache

info@singen-ist-stark.de

Musik & Sprache

 

"Musik & Sprache" ist mein Angebot für Vorschulklassen, bei dem es um das Heranführen an die Freude zur Musik unter besonderer Berücksichtigung sprachförderlicher Aspekte geht.

 

Hemmungen beim Agieren mit Sprache sollen abgebaut werden durch Lieder, rhythmische Sprechstücke und einfache musikalische und sprachliche Spielhandlungen.

Die Idee dabei ist es, dass sich Sprachentwicklung durch das Zusammenwirken von Musik und Sprache potenzieren lässt. Den Kindern wird durch die Musik die Möglichkeit geboten, einen lustvollen und spielerischen Umgang mit Regularitäten und der Systematik lautlicher Strukturen zu erhalten und das angeeignete Wissen auf den alltagsprachlichen Gebrauch zu übertragen. Kinder, deren Umgangssprache weit von einer standard- und explizitsprachlichen Lautung entfernt ist, profitieren von einer spielerischen analytischen Auseinandersetzung mit sprachlichen und musikalischen Formen (vgl. Röber 2009 - Baltmannsweiler).

 

Empirische Studien zeigen, dass die musikalische Förderung von Kindern im Grundschulalter einen positiven Effekt auf die phonologischen Analysefähigkeiten der Kinder hat (siehe z.B. Rautenberg, 2012 - Baltmannsweiler). Ganz besonders deutlich ist eine Korrelation zwischen geschulten Rhythmusfähigkeiten und phonologischen Analyseleistungen. Die phonologische Bewusstheit in Bezug auf Reime, das Erkennen von Silbenanfangsrändern etc. wird durch Musik geschärft (ebd.).

 

In den Musikstunden wird beim Singen auf die Artikulation geachtet. Die Kinder machen Erfahrungen mit der Betonung, Sprachmelodie und dem Sprechrhythmus der deutschen Sprache (sog. Prosodie). Gerade über die Schnittstelle "Prosodie" sind grundlegende strukturelle Gemeinsamkeiten von Musik und Sprache gegeben. In Liedern werden die rhythmischen Strukturen der deutschen Sprache für die Kinder wahrnehmbar. Ein Beispiel dafür sind die typischen Zweisilber (Trochäen), die auf der Ebene des Wortrhythmus im Deutschen dominieren und häufig mit dem Rhythmus eines Liedes einhergehen. Betonte Silben finden sich meist auf starken Zählzeiten (im 4/4-Takt auf "1" und "3"), unbetonte Silben auf schwachen Zählzeiten (im 4/4-Takt auf "2" und "4"). Stimmbildungsübungen runden das Angebot ab.

 

Durch die Auswahl geeigneter Lieder wird auch Wortschatzarbeit geleistet. Neue Wörter, deren Bedeutungen gemeinsam geklärt werden, gehen durch das wiederholte Singen in den aktiven Wortschatz der Kinder über. Ebenso werden grammatikalische Strukturen wiederholt, die sich die Kinder nach und nach einprägen.

 

Auch Übungen zur auditiven Differenzierung (schnell-langsam, hoch-tief, laut-leise ...) finden regelmäßig statt, um die Aufmerksamkeit der Kinder bewusst auf akustische Reize zu lenken, was wiederum eine wichtige Voraussetzung zur Schulung der phonologischen Bewusstheit darstellt.

 

Die '"Musik & Sprache"-Stunden sind ein ergänzendes Angebot zu den weiteren Sprachförderstunden, die in meiner Stamm-Schule in Kleingruppen stattfinden. Außerden werden Kinder mit besonderen Auffälligkeiten logopädisch in der Einzelarbeit von Fachkräften gefördert.